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Oder: Wie sie das Internet dann doch noch kaputt kriegten

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Von großen und kleinen Anlagen

Gestern wurde wieder eine Extraschicht geschoben. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mir die Henrichshütte in Hattingen und die Zeche Nachtigall in Witten anzugucken.

Die Henrichshütte ist eine der ehemaligen Industrieanlagen, die ich gerne mal live in Betrieb gesehen hätte. Das muss ja Gigantomanie pur gewesen sein. Viele der Anlagen hat man nach China verkauft, wo sie heute noch ihren Dienst tun (irre!). Aber auch zwischen den verbliebenen Resten kommt man sich irgenwie so klein vor :-) Schade war nur, dass es z.T. stark geregnet hat.

Mit der Ruhrtalbahn ging es dann zur Zeche Nachtigall. Was für ein Gegensatz: Mitten im Grün eine kleine ehemalige Zechenanlage. Schön beleuchtet, mit Kerzen und Fackeln überall - richtig gemütlich! Eine Kapelle machte Musik, andere Musikanten mit Gitarre und Flöte zogen über's Gelände und sangen Volkslieder. Man hat sich teilweise um 200 Jahre zurückversetzt gefühlt.

Während es auf der Henrichshütte viel zu sehen und staunen gab, gab es auf Nachtigall viel zu lernen. Nicht nur über den Namensgebenden Vogel, sondern in erster Linie über die Anfänge des Ruhrbergbaus. Von Bauern mit Kleinzechen (damals musste man teilweise nur 15m buddeln, um auf Kohle zu treffen); über versuche, einen 100m tiefen Schacht abzuteufen - bis hin zu wechselden Besitzern und ersten zusammenschlüssen, um alles finanzieren zu können.

Die beiden Stätten sind in jedem Fall ein Besuch wert und ein schönes Ausflugsziel! (Und ich muss nächstes mal unbedingt in den Besucherstollen.)

Bilder gibt's in der Galerie

Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen

Am Wochenende fand in Bochum die Jahresversammlung der GLS-Bank statt. In diesem Rahmen hatte ich Gelegenheit, einen Vortrag von Prof. Dr. Götz W. Werner, einem der prominentesten Denker in Sachen Grundeinkommen, zu hören. Hier der Versuch einer (sicherlich unvollständigen und subjektiven) Zusammenfassung:

"Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen" - so der Titel des etwa 45-minütigen Vortages. Wobei Prof. Werner unter "Freiheit" nicht die "Möglichkeit, zu tun was man will" verstanden wissen will. Für ihn ist Freiheit "die Möglichkeit, nicht das tun zu müssen was man soll".

Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe waren die Begriffe, die sich wie ein roter Faden durch den Vortrag zogen. Während die Menschen früher Selbstversorger waren, sind sie heute Fremdversorger und werden von Fremden versorgt. Früher, so Prof. Werner, hatten die Leute zum Leben Grund und Boden nötig, heute Einkommen. Wenn eine Familie früher genug zum leben hatte, war sie nicht gezwungen weiterhin und mehr anzubauen. Bei der heutigen Fremdversorgung hingegen wird immer weiter produziert.

In der Regulierenden ist "Freiheit" schon angekommen. Wir haben z.B. die Freiheit der Berufswahl, freie Wahl des Wohnsitzes usw. Allerdings sieht es laut Werner im täglichen Leben etwas anders aus: Hier wird Freiheit erst möglich, wenn man Einkommen hat. Und Einkommen ist an Arbeit gekoppelt.
Viele Arbeitnehmer haben offiziell zwar einen "Arbeitsplatz", der aber eigentlich nur ein "Einkommensplatz" ist. Man geht der Arbeit oft nicht nach, weil man sich dazu berufen fühlt, sondern einfach nur um überleben zu können. Die Unternehmen sollten die Bedürfnisse der Kunden im Auge haben, nicht nur die Finanzen. Weiterhin sind flache Hierarchien nötig: Mitarbeiter und Vorgesetzter müssen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.
Der sogenannte Arbeitsmarkt sei kein wirklicher Markt, da die Marktteilnehmer nicht frei sind. Die Arbeitsuchenden müssten ihre Arbeitskraft zu Markte tragen, die Arbeitgeber versuchen aus Kostengründen möglichst wenige Personen zu beschäftigen.

Und im Alter? Hier nannte Prof. Werner zwei häufige Thesen: Man kann der jungen Generation nicht zumuten, die Alten zu versorgen. Und: Man kann den Alten nicht zumuten, von der jungen Generation abhängig zu sein. Diese Einstellung habe zur kapitalgedeckten Altersversorgung, der Urmutter der Finanzkrise, geführt.
Ein Grundeinkommen wäre ein "Generationenvertrag pur".

"Ideen brauchen Kultur, aus der sie entstehen können", so Werner (und ich meine, hier auch Kritik am Bildungssystem vernommen zu haben), Ideen brauchen Zeit zu reifen und um aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden zu können. Nichts sei für eine gute Idee tödlicher als zu schnell in die Abstimmung zu gelangen (und hier kritisierte Prof. Werner offen den Führungsstil des ehemaligen Bundesvorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen, Reinhard Bütikofer).

Wann kann die Gesellschaft denn nun anfangen, ein Grundeinkommen einzuführen? "Wenn jeder von uns den bösen Nachbarn das Grundeinkommen gönnen kann, dann können wir anfangen, es einzuführen."

Klowände im Internet

Hmm… Früher waren Blogs die Klowände des Internet. Jetzt muss twitter herhalten.

Abgesehen davon, dass ich mich Patricks Meinung anschließe, warte ich gespannt darauf, was denn wohl in 3 Jahren als “Klowand” bezeichnet wird.

(Gefunden bei PatJe)

Und es bewegt sich doch...

...und zwar vorwärts! Schön zu lesen, dass das Atari Coldfire Project noch, bzw. wieder aktiv ist.
Eines ist ja wohl klar: Den Coldfire-Atari will/muss/werde ich haben :-)

Musik ohne Bumm und Rumms IX

Ich finde Bluegrass eine völlig geniale Musikrichtung. Da geht mit ein paar Instrumenten und ohne großen Aufwand so richtig die Post ab :-)

Der Orange Blossom Special war nicht nur ein Zug, sondern ist immer noch ein Song, den (hoffentlich) jeder kennt oder zumindest schonmal gehört hat. Beim durchforsten von Youtube nach diesem Lied ist mir aufgefallen, dass es sehr viele Videos von Amateurmusikern gibt, die oft besser und ursprünglicher sind als die der hochbezahlten Profi-Musiker mit 10 weiteren im Hintergrund und massig Equipment auf der Bühne. Und man merkte, dass es nicht nur Show, sondern Spaß und Begeisterung war, das die Amateure antrieb. Da ist es mir echt schwer gefallen ein Video auszuwählen (hätten locker 4 sein können)...

Hier also eines der Videos mit Katie Keller an der Fiddle, Bob Wills an der Gitarre und Nola Wills am Bass.

Ich bin, Du bist

Früher, ja früher war alles besser anders: Da war man noch Deutschland, und man wurde mit netten Spots zum lachen gebracht hoffnungsfroh gestimmt.

Heute bin ich auf mehreren Blogs über folgende Verballhornung(?) gestoßen. Gut gemachtes Video!

Du bist Terrorist from lexela on Vimeo.

Mir fiel dann aber auch die Spreeblick-Aktion Ihr, nicht ich Bild ein. Die ist irgendwie immer noch aktuell. Leider, muss man sagen....

Jugendliche und Web 2.0

Danah Boyd, die sich aus soziologischer(?) Sicht mit dem Web und den "Communities" befasst, hat auf ihrem Blog zwei interessante Beiträge darüber, wie Jugendliche das Internet nutzen. Man kann die Aussagen der Teenager in Atlanta sicher nicht direkt auf Deutschland übertragen, aber ich denke, sooo viel wird sich da nicht tun. Gibt's ähnliche Erhebungen auch für Deutsche Teenager? (Bestimmt - aber wo?)

I was surprised to find that email is deader than ever among teens.

answers to questions from Twitter on teen practices
Is Facebook for old people?

Nummer 50464

Ich habe grad' auch die Online-Petiton gegen Sperrung von Internetseiten mitgezeichnet: Nummer 50464!

Sieht so aus, als wäre sie erfolgreich - aber auf der Übersicht wurden noch 49473 Mitzeichner angezeigt. Wer also noch nicht mitgemacht hat.... :-)

Die Hölle ist zugefroren

Da guckt man nichtsahnend in seinen Feedreader, um zu sehen, was es beim Schockwellenreiter neues gibt, und liest staunend:

Nun ist es passiert: Die Hölle ist zugefroren

Nunja, Veränderung ist ja bekanntlich die einzige Konstante :-)

Aber auch ich finde die Verzahnung von CMS und Wiki ganz praktisch und Einsatzmöglichkeiten hätte ich auch. Ein MediaWiki liegt zu Testzwecken schon auf meinem Server. Mal sehen, ob die drupal-eigenen Module oder das Einbinden eines "echten" Wikis die bessere Wahl ist (wobei ich letzteres bevorzugen würde). Na, schaun 'mer mal ;-)

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