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Freiheit, Gleichheit, GrundeinkommenAm Wochenende fand in Bochum die Jahresversammlung der GLS-Bank statt. In diesem Rahmen hatte ich Gelegenheit, einen Vortrag von Prof. Dr. Götz W. Werner, einem der prominentesten Denker in Sachen Grundeinkommen, zu hören. Hier der Versuch einer (sicherlich unvollständigen und subjektiven) Zusammenfassung: "Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen" - so der Titel des etwa 45-minütigen Vortages. Wobei Prof. Werner unter "Freiheit" nicht die "Möglichkeit, zu tun was man will" verstanden wissen will. Für ihn ist Freiheit "die Möglichkeit, nicht das tun zu müssen was man soll". Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe waren die Begriffe, die sich wie ein roter Faden durch den Vortrag zogen. Während die Menschen früher Selbstversorger waren, sind sie heute Fremdversorger und werden von Fremden versorgt. Früher, so Prof. Werner, hatten die Leute zum Leben Grund und Boden nötig, heute Einkommen. Wenn eine Familie früher genug zum leben hatte, war sie nicht gezwungen weiterhin und mehr anzubauen. Bei der heutigen Fremdversorgung hingegen wird immer weiter produziert. In der Regulierenden ist "Freiheit" schon angekommen. Wir haben z.B. die Freiheit der Berufswahl, freie Wahl des Wohnsitzes usw. Allerdings sieht es laut Werner im täglichen Leben etwas anders aus: Hier wird Freiheit erst möglich, wenn man Einkommen hat. Und Einkommen ist an Arbeit gekoppelt. Und im Alter? Hier nannte Prof. Werner zwei häufige Thesen: Man kann der jungen Generation nicht zumuten, die Alten zu versorgen. Und: Man kann den Alten nicht zumuten, von der jungen Generation abhängig zu sein. Diese Einstellung habe zur kapitalgedeckten Altersversorgung, der Urmutter der Finanzkrise, geführt. "Ideen brauchen Kultur, aus der sie entstehen können", so Werner (und ich meine, hier auch Kritik am Bildungssystem vernommen zu haben), Ideen brauchen Zeit zu reifen und um aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden zu können. Nichts sei für eine gute Idee tödlicher als zu schnell in die Abstimmung zu gelangen (und hier kritisierte Prof. Werner offen den Führungsstil des ehemaligen Bundesvorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen, Reinhard Bütikofer). Wann kann die Gesellschaft denn nun anfangen, ein Grundeinkommen einzuführen? "Wenn jeder von uns den bösen Nachbarn das Grundeinkommen gönnen kann, dann können wir anfangen, es einzuführen."
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