Von großen und kleinen Anlagen

Gestern wurde wieder eine Extraschicht geschoben. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mir die Henrichshütte in Hattingen und die Zeche Nachtigall in Witten anzugucken.

Die Henrichshütte ist eine der ehemaligen Industrieanlagen, die ich gerne mal live in Betrieb gesehen hätte. Das muss ja Gigantomanie pur gewesen sein. Viele der Anlagen hat man nach China verkauft, wo sie heute noch ihren Dienst tun (irre!). Aber auch zwischen den verbliebenen Resten kommt man sich irgenwie so klein vor :-) Schade war nur, dass es z.T. stark geregnet hat.

Mit der Ruhrtalbahn ging es dann zur Zeche Nachtigall. Was für ein Gegensatz: Mitten im Grün eine kleine ehemalige Zechenanlage. Schön beleuchtet, mit Kerzen und Fackeln überall - richtig gemütlich! Eine Kapelle machte Musik, andere Musikanten mit Gitarre und Flöte zogen über's Gelände und sangen Volkslieder. Man hat sich teilweise um 200 Jahre zurückversetzt gefühlt.

Während es auf der Henrichshütte viel zu sehen und staunen gab, gab es auf Nachtigall viel zu lernen. Nicht nur über den Namensgebenden Vogel, sondern in erster Linie über die Anfänge des Ruhrbergbaus. Von Bauern mit Kleinzechen (damals musste man teilweise nur 15m buddeln, um auf Kohle zu treffen); über versuche, einen 100m tiefen Schacht abzuteufen - bis hin zu wechselden Besitzern und ersten zusammenschlüssen, um alles finanzieren zu können.

Die beiden Stätten sind in jedem Fall ein Besuch wert und ein schönes Ausflugsziel! (Und ich muss nächstes mal unbedingt in den Besucherstollen.)

Bilder gibt's in der Galerie