Bei uns inne Kolonie

Rund um den Ruhrpott

Zwanzig Zehn

Nächstes Jahr (2010) ist das Ruhrgebiet bzw. Essen stellvertretend für das Ruhrgebiet ja Kulturhauptstadt. Die Ruhrbarone starten aus diesem Anlaß das Projekt zwanzig10:

Die Idee sieht dabei so aus: Alle beteiligten Blogs können auf zwanzig10.de automatisch einen Verweis veröffentlichen, der auf Kulturhauptstadt-relevante Beiträge in ihren eigenen Blogs verlinkt. Dabei ist zwanzig10.de nur ein Wegweiser, auf dem nicht die kompletten Beiträge veröffentlicht werden. Die Seite ist eine Art kultureller Ruhrpilot. Die ganzen Beiträge finden sich auf den einzelnen Blogs - genau wie die entsprechenden Diskussionen in den Kommentaren dort laufen sollen. Damit die Seite zwanzig10.de bekannt wird, sollten die beteiligten Blogs allerdings mit einem Banner auf zwanzig10.de verweisen.

Coole Idee! Mal sehen, ob und was ich beitragen kann. Ein Banner baue ich aber gerne ein.

Käfertreffen

Heute ist (mal wieder) Marienkäfertreffen an meinem Fenster. Gefühlte 189 Milliarden schwirren vor meinem Fenster rum. Das blöde ist, man kann das Fenster nicht öffnen ohne die Bude hinterher voll zu haben. Aber einige finden auch den Weg durch den Schlitz für den Rollo-Riemen....

Termine

Dieses Wochenende noch nichts vor? Hier zwei Termine:

Samstag, den 12. um 14 Uhr Stimmen für den Mindestlohn Im Ruhrpott kann man z.B. in Bochum und Duisburg stimmen. (Danke Wolfgang für den Tip)

Sonntag, den 13. kann man kulturell wertvolles beim Tag des offenen Denkmals bewundern. In NRW öffnen so einige Gebäude ihre Pforten, da fällt die Auswahl schon schwer. Hmm, vielleicht 'ne Brauerei? :-)

Von großen und kleinen Anlagen

Gestern wurde wieder eine Extraschicht geschoben. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mir die Henrichshütte in Hattingen und die Zeche Nachtigall in Witten anzugucken.

Die Henrichshütte ist eine der ehemaligen Industrieanlagen, die ich gerne mal live in Betrieb gesehen hätte. Das muss ja Gigantomanie pur gewesen sein. Viele der Anlagen hat man nach China verkauft, wo sie heute noch ihren Dienst tun (irre!). Aber auch zwischen den verbliebenen Resten kommt man sich irgenwie so klein vor :-) Schade war nur, dass es z.T. stark geregnet hat.

Mit der Ruhrtalbahn ging es dann zur Zeche Nachtigall. Was für ein Gegensatz: Mitten im Grün eine kleine ehemalige Zechenanlage. Schön beleuchtet, mit Kerzen und Fackeln überall - richtig gemütlich! Eine Kapelle machte Musik, andere Musikanten mit Gitarre und Flöte zogen über's Gelände und sangen Volkslieder. Man hat sich teilweise um 200 Jahre zurückversetzt gefühlt.

Während es auf der Henrichshütte viel zu sehen und staunen gab, gab es auf Nachtigall viel zu lernen. Nicht nur über den Namensgebenden Vogel, sondern in erster Linie über die Anfänge des Ruhrbergbaus. Von Bauern mit Kleinzechen (damals musste man teilweise nur 15m buddeln, um auf Kohle zu treffen); über versuche, einen 100m tiefen Schacht abzuteufen - bis hin zu wechselden Besitzern und ersten zusammenschlüssen, um alles finanzieren zu können.

Die beiden Stätten sind in jedem Fall ein Besuch wert und ein schönes Ausflugsziel! (Und ich muss nächstes mal unbedingt in den Besucherstollen.)

Bilder gibt's in der Galerie

Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen

Am Wochenende fand in Bochum die Jahresversammlung der GLS-Bank statt. In diesem Rahmen hatte ich Gelegenheit, einen Vortrag von Prof. Dr. Götz W. Werner, einem der prominentesten Denker in Sachen Grundeinkommen, zu hören. Hier der Versuch einer (sicherlich unvollständigen und subjektiven) Zusammenfassung:

"Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen" - so der Titel des etwa 45-minütigen Vortages. Wobei Prof. Werner unter "Freiheit" nicht die "Möglichkeit, zu tun was man will" verstanden wissen will. Für ihn ist Freiheit "die Möglichkeit, nicht das tun zu müssen was man soll".

Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe waren die Begriffe, die sich wie ein roter Faden durch den Vortrag zogen. Während die Menschen früher Selbstversorger waren, sind sie heute Fremdversorger und werden von Fremden versorgt. Früher, so Prof. Werner, hatten die Leute zum Leben Grund und Boden nötig, heute Einkommen. Wenn eine Familie früher genug zum leben hatte, war sie nicht gezwungen weiterhin und mehr anzubauen. Bei der heutigen Fremdversorgung hingegen wird immer weiter produziert.

In der Regulierenden ist "Freiheit" schon angekommen. Wir haben z.B. die Freiheit der Berufswahl, freie Wahl des Wohnsitzes usw. Allerdings sieht es laut Werner im täglichen Leben etwas anders aus: Hier wird Freiheit erst möglich, wenn man Einkommen hat. Und Einkommen ist an Arbeit gekoppelt.
Viele Arbeitnehmer haben offiziell zwar einen "Arbeitsplatz", der aber eigentlich nur ein "Einkommensplatz" ist. Man geht der Arbeit oft nicht nach, weil man sich dazu berufen fühlt, sondern einfach nur um überleben zu können. Die Unternehmen sollten die Bedürfnisse der Kunden im Auge haben, nicht nur die Finanzen. Weiterhin sind flache Hierarchien nötig: Mitarbeiter und Vorgesetzter müssen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.
Der sogenannte Arbeitsmarkt sei kein wirklicher Markt, da die Marktteilnehmer nicht frei sind. Die Arbeitsuchenden müssten ihre Arbeitskraft zu Markte tragen, die Arbeitgeber versuchen aus Kostengründen möglichst wenige Personen zu beschäftigen.

Und im Alter? Hier nannte Prof. Werner zwei häufige Thesen: Man kann der jungen Generation nicht zumuten, die Alten zu versorgen. Und: Man kann den Alten nicht zumuten, von der jungen Generation abhängig zu sein. Diese Einstellung habe zur kapitalgedeckten Altersversorgung, der Urmutter der Finanzkrise, geführt.
Ein Grundeinkommen wäre ein "Generationenvertrag pur".

"Ideen brauchen Kultur, aus der sie entstehen können", so Werner (und ich meine, hier auch Kritik am Bildungssystem vernommen zu haben), Ideen brauchen Zeit zu reifen und um aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden zu können. Nichts sei für eine gute Idee tödlicher als zu schnell in die Abstimmung zu gelangen (und hier kritisierte Prof. Werner offen den Führungsstil des ehemaligen Bundesvorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen, Reinhard Bütikofer).

Wann kann die Gesellschaft denn nun anfangen, ein Grundeinkommen einzuführen? "Wenn jeder von uns den bösen Nachbarn das Grundeinkommen gönnen kann, dann können wir anfangen, es einzuführen."

Vattaa, aufsteehn!

Sie schmiss einst unsern Vatta aussem Bett, fuhr nach Wanne-Eickel inne Kur (dat is bei uns gleich umme Ecke nur), war in Moskau und New York (Der Broadway, dat is die B1) und vor allen Dingen die Perle vom Pott und Bochumer Schauspielerin.
Freitag ist Tana Schanzara im Alter von 83 Jahren gestorben. Da geht echt ein Original.

Manni Breuckmann legt dat Mikro wech

Gibt es nächstes Jahr noch einen Grund, sich Samstags im Radio die Fußballübertragung anzutun? Für mich gibt es zumindest noch einen weniger: Manni Breuckmann, einer der der wohl beliebteste Reporter nicht nur im Ruhrgebiet, geht in Altersteilzeit.

Die Glückauf-Bahn rollt

Die Regionalbahn RB46, die zwischen Gelsenkirchen und Bochum pendelt, hieß bislang "Nokia-Bahn". Da dieses Kapitel ja nun abgeschlossen ist, wurde ein neuer Name gesucht. Jeder konnte Vorschläge einreichen.
Gewonnen hat der Name "Glückauf-Bahn". Ein schöner und passender Name, wie ich finde. In diesem Sinne: Glück Auf!

Schalker Fahnen auf Halbmast

Ich hab ja mit Fußball bekanntlich nicht so viel am Hut. Aber als ich grad vom Tod Charly Neumanns erfahren habe, war ich dann doch erstmal baff. Da geht zumindest eine schillernde Figur des Vereins.

Heute...

...gehen bei Nokia in Bochum endgültig die Lichter aus.

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