Neulich im Netz

Fundort: Internet - Interessantes und Kurioses

Netzeitung schließt

Sie war und ist seit Jahren meine Hauptinformationsquelle. Und grad lese ich, dass die Netzeitung zum 31.Dezember 2009 eingestellt wird. Schade. Echt getz.

Es wird geplant, zukünftig die Netzeitung als automatisiertes Nachrichtenportal zu nutzen.

Klingt erstmal nicht so umwerfend. Was ist z.B. mit dem Blogblick? Ey, Ihr könnt doch nicht einfach dichtmachen...

Changing New York

Ich hab' grad einen alten Bookmark wiederentdeckt, den ich euch nicht vorenthalten möchte.
Berenice Abbot: Changing New York 1935-1938
Mehr über die Fotografin auf Wikipedia

New York ist übrigens die Stadt, die auf meiner Da-will-ich-mal-hin - Liste ganz oben steht :-)

Die unerträgliche Leichtigkeit des Dingens

Eigentlich wollte und will ich ja gar nichts über Politik und so'n Gedöns hier schreiben. Eigentlich soll das Bloggen ja nur Spaß machen. Aber in letzter Zeit liest man immer mehr, was einem den Spaß verderben kann. Nicht nur wirre Rechtsauslegungen, sondern auch Kommentare in (Online-)Zeitungen.

Es gibt so Dinge, die verstehe -ich zumindest- auch nach dem dritten Lesen und Bier noch nicht. Den Kommentar von Matthias Güldner, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Bremen, zum Beispiel:

Unerträgliche Leichtigkeit des Internets

Ich finde da irgendwie nicht den Dingens (Sinn?) des Ganzen... Nuja, Kommentare enthalten persönliche Meinung - und sie sollen es sogar, und sie sind sozusagen extra dazu geschaffen worden. Habe ich zumindest mal im Deutschunterricht gelernt. Hier ist also mein Dingens Kommentar:

Da steht zum Beispiel:

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist ein ebenso grausames wie zeitloses Phänomen. Es gab sie lange vor dem Internet und wird sie leider auch geben, wenn eine andere Kommunikationsmode Einzug gehalten hat.

Dem muss ich leider zustimmen. Sexuelle Gewalt, vor allem gegen Kinder, ist eines der abscheulichsten Dinge, die Menschen einander antun.

Die Auseinandersetzung um die Internetsperren dreht sich im Kern aber gar nicht um die – bisher konsensuale - Bekämpfung der Kinderpornographie.

Bisher?

Es geht vielmehr knallhart um Definitionsmacht in Zeiten der Virtualisierung der Welt. Ihre Anhänger kämpfen mit hoch effektiven Mitteln für die Rechtsfreiheit ihres Raumes. Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen will, wird mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen.

Könnten Sie "Definitionsmacht" mal definieren? Das Dingens war mir bislang unbekannt.
Ansonsten sind Petitionen (hoffentlich) nicht nur ein effektives Mittel, sondern ein Grundrecht. Und wenn nun 134.015 MitzeichnerInnen von Möglichkeit und Mitzeichnung einer Petition gebrauch machen, dann sollte man sich als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger nicht "per Mausklick weggebissen" fühlen, sondern sich fragen, ob denn diese Leute nicht doch einen Knackpunkt gefunden haben.

Im Übrigen wäre es nicht schlecht, den Text der Petition nochmals auszudrucken und zu lesen.
Aber zurück zu besagtem Kommentar:

Die Tatsache, dass diese Community viel Zeit in virtuellen Räumen verbringt, spielt dabei eine große Rolle. Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert. Anders kann die ignorante Argumentation gegen die Internetsperren gar nicht erklärt werden.

Die Tatsache, dass einige Leute, die die Bürger des 21. Jahrhunderts vertreten wollen/sollen und Gesetze für eben diese Zeit machen wollen/Sollen, Twitter nicht von TCP/IP und Facebook nicht von FTP unterscheiden können, spielt meiner Meinung nach auch eine Rolle. Und das hat auch mit Opfern in der Realwelt zu tun: Denen nämlich, deren IP in einem der Logfiles der Stopp-Server auftaucht. Und man denke nicht, dass alle von ihnen auf der Suche nach Schweinkram waren.

Da ist zum Beispiel das Argument, die Sperren könnten umgangen werden.

Das ist mehr als nur ein Argument, das ist Fakt.

Da haben sich einige wohl das Hirn herausgetwittert.

Was ich mit meinem Dingens äh, Dingens, mache, ist meine Sache!

Genauso gut könnte die Tatsache, dass Morde begangen werden, obwohl sie verboten sind, als Argument gegen den Mordparagraphen im Strafgesetzbuch angeführt werden. Die ständig umgangenen Umweltgesetze könnte man sich gleich komplett schenken.

Genausogut könnte die Tatsache, dass die IP eines Rechners (zusammen mit Datum und Uhrzeit), der einen URL aufruft, der zufällig auf der Sperrliste steht, von Strafverfolgungsbehörden ausgewertet werden könnte, als Argument gegen das Zugangserschwernisgesetz (oder wie immer das Dingens heißt) angeführt werden. Denn DNS-Server werden nicht nur von Strafverfolgungsbehörden manipuliert. Aber das sind bestimmt nur Wahnvorstellungen von Leuten, die sich ihr Hirn weggedingst haben. In der realen Welt gibt's da keine Opfer........

Auch wird behauptet, das Gesetz nütze nichts gegen Kinderpornographie.

Stimmt, das wird behauptet. Und mit guten Argumenten belegt.

Jeder weiß, dass es kein Allheilmittel ist.

Allheilmittel gibt es nicht. Wohl aber Leute, die zu Unrecht in den Dunstkreis der "Pädokriminellen" gebracht werden.

Aber in Skandinavien wurden schon positive Erfahrungen mit vergleichbaren Gesetzen gemacht.

Ach was?!?.

Warum nicht, wie in anderen Politikfeldern auch, Baustein um Baustein zusammenfügen, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen?

Wieso? Das Passiert doch so nach und nach schon: Stichworte Hasspropaganda und Urheberrecht. Und erst die armen Verleger, deren Zeitungen sich nicht mehr verkaufen...

Die Antwort bleibt die Community schuldig.

Ach was?!? Und im Übrigen: Wie definiert sich "Community"??

Den Rest des Kommentars kann ich nicht beurteilen und erspare mir daher einen Kommentar.

Aber ich bin mir sicher (ich weiß!), dass es bei den Grünen Leute gibt, die wissen, wie das mit den Bits und Bytes im pösen Internet funktioniert. Nur schreiben die nicht unbedingt so öffentlichkeitswirksam (*mitdemzaunpfahlwink*)

Klowände im Internet

Hmm… Früher waren Blogs die Klowände des Internet. Jetzt muss twitter herhalten.

Abgesehen davon, dass ich mich Patricks Meinung anschließe, warte ich gespannt darauf, was denn wohl in 3 Jahren als “Klowand” bezeichnet wird.

(Gefunden bei PatJe)

Jugendliche und Web 2.0

Danah Boyd, die sich aus soziologischer(?) Sicht mit dem Web und den "Communities" befasst, hat auf ihrem Blog zwei interessante Beiträge darüber, wie Jugendliche das Internet nutzen. Man kann die Aussagen der Teenager in Atlanta sicher nicht direkt auf Deutschland übertragen, aber ich denke, sooo viel wird sich da nicht tun. Gibt's ähnliche Erhebungen auch für Deutsche Teenager? (Bestimmt - aber wo?)

I was surprised to find that email is deader than ever among teens.

answers to questions from Twitter on teen practices
Is Facebook for old people?

Nummer 50464

Ich habe grad' auch die Online-Petiton gegen Sperrung von Internetseiten mitgezeichnet: Nummer 50464!

Sieht so aus, als wäre sie erfolgreich - aber auf der Übersicht wurden noch 49473 Mitzeichner angezeigt. Wer also noch nicht mitgemacht hat.... :-)

Die Hölle ist zugefroren

Da guckt man nichtsahnend in seinen Feedreader, um zu sehen, was es beim Schockwellenreiter neues gibt, und liest staunend:

Nun ist es passiert: Die Hölle ist zugefroren

Nunja, Veränderung ist ja bekanntlich die einzige Konstante :-)

Aber auch ich finde die Verzahnung von CMS und Wiki ganz praktisch und Einsatzmöglichkeiten hätte ich auch. Ein MediaWiki liegt zu Testzwecken schon auf meinem Server. Mal sehen, ob die drupal-eigenen Module oder das Einbinden eines "echten" Wikis die bessere Wahl ist (wobei ich letzteres bevorzugen würde). Na, schaun 'mer mal ;-)

Tee als Open-Source-Getränk

Aus dem Alter, in dem ich die ganze Nacht vor dem Rechner verbracht habe, bin ich zwar inzwischen raus, dafür aber bekennende Kaffeetante :-) Dennoch finde ich den Ansatz im Russian Tea HOWTO sehr interessant:

Caffeine is essential for keeping the brain active during nightly hacking sessions. There are, however, many ways to satisfy a hacker's need for caffeine. Drinking Canned Capitalism (Coke) contradicts the very principles of the open source movement, for it is a closed source product, manufactured by a huge, evil corporation. This sweet brown fizzy water is unhealthy and does not leave any space for creativity; you just get what you pay for.

Kaffee ist nach Meinung des Autors "much better" (uff, Glück gehabt), dennoch geht ihm nichts über einen Tee russischer Art.
Wer also seine Nächte als Hacker verbringt oder einfach mal guten Tee zubereiten will, sollte sich das HOWTO mal durchlesen.

Werbung für Gott!?

"Die Besten der Besten, die Kreativsten der Kreativen machen sich Gedanken, wie man der Welt vermitteln kann, dass Zahnpasta xy gut für unsere Zähne ist. Ganz egal, ob wir das hören wollen oder nicht. Ob wir es glauben oder nicht. Aber wo sind die, die uns sagen, dass Jesus gut für unser Leben ist?..." (Quelle)

Unter diesem Motto hat Eva Jung, Hamburger Kommunikationsdesignerin, die Seite godnews.de ins Leben gerufen. Und wie es obiges Motto und ihre Tätigkeit in der Werbebranche vermuten lassen, gibt es nicht nur altbackene fromme Sprüche.

Surftipp! :-)

Spot(t) zur Bankenkrise

Ich hab bei Patrick einen schönen Spot zur Finanzkrise von Attack gefunden. Trifft den Nagel auf den Kopf. Hintergründe gibt's auch auf seiner Seite.

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